Gasgeruch in der Wohnung ist eine Situation, die niemand erleben möchte. Trotzdem sollten Sie genau wissen, wie Sie richtig reagieren, bevor der Ernstfall eintritt. In diesem Ratgeber erklären wir Ihnen, wonach riecht Gas eigentlich, wie Sie Gasgeruch erkennen und welche Schritte Sie sofort setzen müssen. Außerdem zeigen wir, welche harmlosen Gerüche oft mit Gas verwechselt werden, wie Gasmelder für zusätzliche Sicherheit sorgen und wie Sie in Wien und Niederösterreich schnell Hilfe bekommen.

Das Wichtigste vorab: Riechen Sie Gas im Haus oder in der Wohnung, verlassen Sie das Gebäude und rufen Sie von draußen den kostenlosen Gas-Notruf 128 an. Er ist in ganz Österreich rund um die Uhr erreichbar.

Wie riecht Gas?

Erdgas ist von Natur aus geruchlos. Der Hauptbestandteil Methan ist farb- und geruchlos, Sie würden ein Leck also ohne Hilfsmittel nicht bemerken. Damit austretendes Gas trotzdem sofort auffällt, mischt der Netzbetreiber dem Heizgas einen Duftstoff bei. Fachleute sagen, das Gas wird odoriert.

Die meisten Menschen beschreiben den Geruch von Gas so:

  • stechend und unangenehm
  • ähnlich wie nach faulen Eiern
  • leicht nach Knoblauch oder Kohl
  • schwefelig, manchmal wie ein abgebranntes Streichholz

Einen einheitlichen Gasgeruch gibt es allerdings nicht. Je nach Duftstoff riecht Gas entweder schwefelig nach faulen Eiern oder hat einen eher lösungsmittelartigen Geruch. Beide Varianten sind bewusst so gewählt, dass sich der Geruch deutlich von alltäglichen Gerüchen im Haushalt abhebt. Riecht Gas also ungewohnt und stechend, sollten Sie aufmerksam werden. Ein leichter Gasgeruch reicht bereits aus. Sie müssen nicht warten, bis der Geruch stark ist.

Warum riecht Erdgas überhaupt?

Wussten Sie, dass Erdgas erst in den Verteilnetzen einen Geruch bekommt? In den großen Transportleitungen fließt es noch geruchlos. Erst bevor das Gas in die Leitungen zu den Haushalten gelangt, setzt der Netzbetreiber den Duftstoff zu. In Österreich kommt dafür häufig Tetrahydrothiophen zum Einsatz, eine Schwefelverbindung, die schon in winziger Menge wahrnehmbar ist. Damit riecht Erdgas lange bevor eine gefährliche Menge Gas in der Raumluft vorhanden ist. Manche Netzbetreiber bieten übrigens eine Riechprobe in Form einer Duftkarte an, damit Sie den Geruch einmal gefahrlos kennenlernen.

Kann man jedes Gas riechen?

Nein. Das Erdgas aus der Leitung riechen Sie dank des Duftstoffs. Kohlenmonoxid dagegen ist geruchlos und hochgiftig. Dieses Gas kann entstehen, wenn eine Gastherme schlecht verbrennt oder die Abgase nicht richtig abziehen. Deshalb ist ein CO-Melder im Aufstellraum der Therme eine sinnvolle Sicherheitsmaßnahme. Er warnt Sie auch dann, wenn Ihre Nase nichts bemerkt.

Erd- und Flüssiggas: Was ist der Unterschied?

In Wien werden die meisten Gasthermen mit Erdgas aus dem Leitungsnetz betrieben. In ländlichen Teilen Niederösterreichs wird dagegen manchmal mit Flüssiggas aus einem eigenen Tank geheizt. Flüssiggas besteht vor allem aus Propan. Auch Flüssiggas ist mit einem Duftstoff versetzt, damit Sie einen Gasaustritt bemerken.

Wichtig ist der Unterschied beim Verhalten in der Raumluft:

  • Erdgas ist leichter als Luft. Es steigt nach oben und sammelt sich zuerst in Deckennähe.
  • Flüssiggas ist schwerer als Luft und sinkt zu Boden. Es sammelt sich in Bodennähe, in Kellern und in Schächten.

Dieser Unterschied ist vor allem für die richtige Montage von Gasmeldern entscheidend.

Gasgeruch an der Therme: Mögliche Ursachen

Riecht es direkt an der Therme nach Gas, gibt es mehrere mögliche Gründe. Welche Ursache vorliegt, kann nur ein Fachbetrieb vor Ort feststellen. Die folgenden Ursachen kommen in der Praxis häufig vor.

Undichte Verschraubungen und Dichtungen

An der Gasleitung zur Therme sitzen mehrere Verbindungen. Mit den Jahren können Dichtungen altern oder Verschraubungen sich lockern. Schon eine kleine Undichtigkeit lässt Gas entweichen und verursacht Gasgeruch.

Defekte Gasarmatur

Die Gasarmatur in der Therme regelt die Gaszufuhr zum Brenner. Ist sie verschlissen, kann Gas austreten. Dieser Fehler tritt vor allem bei älteren Gasheizungen auf.

Probleme beim Zünden

Zündet der Brenner verzögert oder unregelmäßig, strömt kurz mehr Gas aus, als verbrannt wird. Oft hören Sie dann ein Verpuffungsgeräusch beim Einschalten. Auch das ist ein Warnsignal, das ein Fachmann prüfen muss.

Fehlende Wartung

Viele dieser Ursachen entstehen schleichend. Bei einer regelmäßigen Thermenwartung Wien prüft der Techniker unter anderem die Dichtheit der Gasleitungen und Anschlüsse der gesamten Gasanlage. So fallen kleine Schwachstellen auf, lange bevor ein Gasleck entsteht.

Was tun bei Gasgeruch?

Bei Gasgeruch zählt jede Minute. Bewahren Sie Ruhe und halten Sie sich an diese Reihenfolge:

  1. Keine Funken erzeugen: Betätigen Sie keinen Lichtschalter und kein elektrisches Gerät. Ziehen Sie auch keinen Stecker aus der Steckdose. Jeder Funke kann ein Gas-Luft-Gemisch entzünden.
  2. Offenes Feuer vermeiden: Löschen Sie Kerzen und Zigaretten sofort. Verwenden Sie kein Feuerzeug und keine Streichhölzer.
  3. Lüften: Öffnen Sie Fenster und Türen und sorgen Sie für Durchzug, damit das Gas abziehen kann.
  4. Gashahn schließen: Schließen Sie den Gashahn an der Therme oder den Haupthahn beim Gaszähler, wenn er gefahrlos erreichbar ist.
  5. Wohnung verlassen: Warnen Sie Mitbewohner und Nachbarn durch Klopfen. Betätigen Sie keine Klingel und nutzen Sie kein Telefon im Gebäude. Verlassen Sie gemeinsam das Haus.
  6. Von draußen telefonieren: Rufen Sie erst im Freien den Gas-Notruf 128 an.

Der Gas-Notruf 128 ist der Bereitschaftsdienst des Netzbetreibers, in Wien also der Wiener Netze. Er ist kostenlos, auch wenn sich der Verdacht später als harmlos herausstellt. Ausführliche Verhaltensregeln finden Sie auch direkt bei den Wiener Netzen. Für jeden Gasgeruch gilt: Wer Gas in der Wohnung vermuten muss, sollte auf Nummer sicher gehen und lieber einmal zu oft anrufen als einmal zu wenig.

Was Sie auf keinen Fall tun sollten

  • Nicht selbst nach dem Leck suchen, etwa mit einer Flamme
  • Die Therme nicht aus- und wieder einschalten
  • Nicht mit dem Lift fahren
  • Nicht in das Haus oder Ihre Wohnung zurückkehren, bevor die Einsatzkräfte Entwarnung geben

Gasgeruch im Haus, im Stiegenhaus oder draußen

Gasgeruch im Haus beschränkt sich nicht immer auf eine einzelne Wohnung. Riecht es im Stiegenhaus nach Gas, warnen Sie die Nachbarn durch Klopfen und verlassen Sie das Gebäude. Auch Gasgeruch draußen, etwa auf der Straße oder im Hof, kann auf eine undichte Leitung hinweisen. Melden Sie ihn ebenfalls über die Nummer 128. Ist der Geruch sehr stark oder sind Personen in Gefahr, sollten Sie die Feuerwehr unter 122 zusätzlich verständigen.

Wie geht es nach dem Gas-Notruf weiter?

Der Netzbetreiber schickt einen Einsatztrupp, der das Haus oder die Wohnung überprüft. Die Techniker messen die Gaskonzentration, suchen die Ursache und sperren die betroffene Leitung bei Bedarf ab. Liegt das Problem an Ihrer Therme oder an der Gasleitung in der Wohnung, bleibt die Gaszufuhr gesperrt, bis ein konzessionierter Installateur den Schaden behoben hat.

Genau hier kommen wir ins Spiel. Unser Thermen Notdienst ist in Wien und Niederösterreich rund um die Uhr erreichbar. Wir tauschen defekte Dichtungen oder Armaturen, prüfen die Dichtheit aller Gasgeräte und nehmen Ihre Therme wieder sicher in Betrieb. Ist das Gerät alt oder die Reparatur unwirtschaftlich, beraten wir Sie auch zu einem Thermentausch.

Gasgeruch aber kein Gas: Diese Gerüche werden oft verwechselt

Nicht jeder unangenehme Geruch in der Wohnung stammt von einem Gasaustritt. Einige Gerüche ähneln dem Gasgeruch sehr. Trotzdem gilt: Wenn Sie unsicher sind, behandeln Sie den Geruch immer wie Gas und rufen Sie 128 an.

Ausgetrockneter Siphon

Wird ein Waschbecken, eine Dusche oder ein Bodenablauf lange nicht benutzt, trocknet der Siphon aus. Dann steigt Kanalgeruch in die Wohnung, der ebenfalls an faulen Eiern erinnert. Gerade in Wiener Altbauwohnungen mit selten genutzten Abflüssen kommt das häufig vor.

Geruch von Abgas

Ein Geruch von Abgas unterscheidet sich vom Gasgeruch. Er riecht eher verbrannt oder rußig. Tritt er an der Therme auf, ziehen die Abgase möglicherweise nicht richtig ab. Auch das muss ein Fachbetrieb prüfen, denn dabei kann Kohlenmonoxid in den Raum gelangen.

Staub auf dem Wärmetauscher

Beim ersten Heizen im Herbst verbrennt Staub, der sich über den Sommer in der Therme oder auf den Heizkörpern gesammelt hat. Das riecht verbrannt, aber nicht schwefelig. Dieser Geruch verschwindet meist nach kurzer Zeit.

Gasgeruch in der Nase ohne erkennbare Quelle

Manche Menschen haben einen Gasgeruch in der Nase, obwohl andere Personen im Raum nichts riechen. Bleibt dieser Eindruck über längere Zeit bestehen, kann die Ursache bei der eigenen Geruchswahrnehmung liegen. Das sollten Sie ärztlich abklären lassen. Im Zweifel lassen Sie trotzdem zuerst die Wohnung überprüfen.

Ist leichter Gasgeruch an der Therme normal?

Nein. Eine intakte Therme riecht nicht nach Gas, weder beim Einschalten noch im laufenden Betrieb. Auch ein leichter Gasgeruch ist ein Warnsignal. Er deutet auf eine kleine Undichtigkeit hin, die mit der Zeit größer werden kann. Rufen Sie deshalb auch bei schwachem Geruch den Gas-Notruf an. Nach der Freigabe lassen Sie die Anlage von einem Fachbetrieb überprüfen.

Wann ist Gas gefährlich?

Erdgas selbst ist nicht giftig. Gefährlich wird es auf zwei Arten. Zum einen ist Erdgas nur in einem bestimmten Mischungsverhältnis mit Luft zündfähig, etwa zwischen 4 und 17 Prozent. Wird dieser Bereich erreicht, genügt ein kleiner Funke. Zum anderen verdrängt eine große Menge Gas den Sauerstoffanteil in der Atemluft. Dann besteht Erstickungsgefahr.

Symptome bei Gas in der Wohnung

Noch gefährlicher ist Kohlenmonoxid, das bei schlechter Verbrennung entstehen kann. Es ist giftig und bleibt ohne Melder unbemerkt. Achten Sie auf folgende Anzeichen:

  • Kopfschmerzen und Schwindel
  • Übelkeit
  • ungewöhnliche Müdigkeit
  • Beschwerden, die im Freien schnell nachlassen

Treten diese Symptome bei mehreren Personen gleichzeitig auf, verlassen Sie sofort die Wohnung und holen Sie Hilfe. Bei gesundheitlichen Beschwerden wählen Sie den Rettungsnotruf 144.

Gasmelder: Zusätzliche Sicherheit für Ihr Zuhause

Ein Gasmelder erkennt austretendes Gas oft früher als die Nase, zum Beispiel wenn Sie schlafen. Wichtig ist, den richtigen Melder am richtigen Ort zu montieren:

  • Erdgasmelder: Weil Erdgas nach oben steigt, gehört der Melder in Deckennähe, in der Nähe der Therme.
  • Flüssiggasmelder: Weil Propan zu Boden sinkt, gehört dieser Melder in Bodennähe.
  • CO-Melder: Er warnt vor Kohlenmonoxid und ergänzt den Gasmelder sinnvoll.

Ein Gasmelder ersetzt aber keine Wartung. Er zeigt nur an, dass bereits Gas austritt. Die Wartung sorgt dafür, dass es gar nicht erst so weit kommt.

So beugen Sie Gasgeruch an der Therme vor

Die beste Vorsorge ist eine gut gewartete Anlage. Mit diesen Maßnahmen senken Sie das Risiko deutlich:

  • Jährliche Wartung: Der Techniker prüft Dichtheit, Brenner und Abgaswerte. Wie oft eine Wartung sinnvoll ist, lesen Sie im Ratgeber Wie oft Gastherme warten?
  • Melder installieren: Ein passender Gasmelder und ein CO-Melder im Aufstellraum geben zusätzliche Sicherheit.
  • Frei zugängliche Therme: Stellen Sie keine Gegenstände vor oder unter das Gerät.
  • Lüftung nicht verschließen: Lüftungsöffnungen im Aufstellraum müssen frei bleiben.
  • Alte Geräte rechtzeitig tauschen: Bei älteren Gasheizungen häufen sich Defekte an Armaturen und Dichtungen.

Überblick: Gasgeruch richtig einschätzen

Situation Richtig handeln
Deutlicher Gasgeruch in der Wohnung Keine Schalter betätigen, lüften, Wohnung verlassen, von draußen 128 anrufen
Leichter Gasgeruch an der Therme Ebenfalls Gas-Notruf 128 anrufen, danach Therme vom Fachbetrieb prüfen lassen
Gasgeruch im Stiegenhaus Nachbarn durch Klopfen warnen, Gebäude verlassen, 128 anrufen
Gasgeruch draußen auf Straße oder Hof Abstand halten, 128 anrufen, bei starkem Geruch Feuerwehr 122
Gasmelder schlägt Alarm Wie bei Gasgeruch handeln, auch wenn Sie nichts riechen
Verpuffung beim Einschalten der Therme Therme nicht weiter benutzen, Kundendienst verständigen
Kopfschmerzen und Schwindel ohne Geruch Wohnung verlassen, an Kohlenmonoxid denken, bei Beschwerden 144 anrufen
Geruch nach faulen Eiern im Bad Siphon prüfen, im Zweifel wie Gasgeruch behandeln
Verbrannter Geruch beim ersten Heizen Meist verbrannter Staub, verschwindet nach kurzer Zeit

Fazit: Bei Gasgeruch zählt schnelles und richtiges Handeln

Gasgeruch an der Therme ist immer ein Warnsignal und nie normal. Erdgas riecht dank des beigemischten Duftstoffs stechend nach faulen Eiern, Schwefel oder Lösungsmittel. Bemerken Sie diesen Geruch, vermeiden Sie jeden Funken, lüften Sie, verlassen Sie das Haus oder die Wohnung und rufen Sie von draußen den Gas-Notruf 128 an. Nach der Freigabe durch den Netzbetreiber kümmern wir uns um die Reparatur und die sichere Wiederinbetriebnahme. Damit es gar nicht erst so weit kommt, empfehlen wir eine jährliche Wartung und einen passenden Gasmelder. Unser Thermen Kundendienst ist in ganz Wien und Niederösterreich für Sie da.