In Wien heizen hunderttausende Haushalte mit einer Gastherme. Trotzdem wissen viele gar nicht genau, was das Gerät in Küche, Bad oder Abstellraum eigentlich macht. Eine Gastherme ist ein kompaktes Heizgerät, das mit Gas Wärme für Ihre Heizkörper erzeugt und meist auch Ihr Warmwasser bereitet. In diesem Ratgeber erklären wir Ihnen, wie eine Gastherme funktioniert, aus welchen Bauteilen sie besteht, welche Arten es gibt und worauf Sie im Alltag achten sollten.
Was ist eine Gastherme?
Eine Gastherme ist ein wandhängendes Heizgerät, das Erdgas oder Flüssiggas verbrennt und die entstehende Wärme an das Heizungswasser abgibt. Dieses warme Wasser fließt durch die Rohre zu den Heizkörpern oder zur Fußbodenheizung und wärmt dort Ihre Räume. Viele Geräte erwärmen zusätzlich das Trinkwasser für Dusche, Bad und Küche.
Typisch für eine Gastherme ist ihre kompakte Bauform. Sie ist kaum größer als ein Oberschrank und hängt direkt in der Wohnung. Deshalb spricht man auch von einer Etagenheizung: Jede Wohnung hat ihre eigene Wärmeversorgung, unabhängig von den Nachbarn.
Gastherme oder Gasheizung: Wo liegt der Unterschied?
Die Begriffe werden oft gleich verwendet, meinen aber nicht ganz dasselbe. Gasheizung ist der Oberbegriff für jede Heizung, die mit Gas betrieben wird. Dazu zählen auch große bodenstehende Kessel im Keller eines Hauses. Die Gastherme ist eine bestimmte Bauform der Gasheizung: klein, wandhängend und für eine Wohnung oder ein kleineres Haus ausgelegt. In älteren Einfamilienhäusern steht dagegen oft ein großer Heizkessel im Keller, früher häufig auch ein Ölkessel. Beide Energieträger, Gas und Öl, zählen zu den fossilen Brennstoffen.
Wie funktioniert eine Gastherme?
Das Prinzip einer Gastherme ist einfach. In wenigen Schritten wird aus Gas Wärme für Ihre Wohnung:
- Wärmebedarf erkennen: Die Regelung oder ein Raumthermostat meldet, dass es in der Wohnung zu kühl ist.
- Gas zünden: Die Gasarmatur öffnet, und eine elektronische Zündung entflammt das Gas am Brenner.
- Wasser erwärmen: Die Flamme erhitzt den Wärmetauscher. Das Heizungswasser, das hindurchfließt, nimmt diese Wärme auf.
- Wärme verteilen: Die Umwälzpumpe pumpt das warme Wasser durch die Leitungen zu den Heizkörpern.
- Abgase ableiten: Die Verbrennungsgase ziehen über den Rauchfang oder ein eigenes Abgasrohr ins Freie.
- Kreislauf schließen: Das abgekühlte Wasser fließt zurück zur Gastherme und wird erneut erwärmt.
Moderne Geräte arbeiten dabei modulierend. Das heißt, der Brenner passt seine Leistung laufend an den tatsächlichen Bedarf an, statt nur ein- und auszuschalten. Das spart Gas und schont das Gerät.
So bereitet die Gastherme Warmwasser
Öffnen Sie einen Warmwasserhahn, schaltet eine Kombitherme vom Heizbetrieb auf Warmwasser um. Das kalte Leitungswasser fließt durch einen eigenen Wärmetauscher und wird dort im Durchlaufprinzip erwärmt. Andere Gasthermen erwärmen das Wasser in einem Speicher vor, damit auch mehrere Zapfstellen gleichzeitig warmes Wasser bekommen.
Aufbau: Aus diesen Bauteilen besteht eine Gastherme
Hinter der glatten Abdeckung einer Gastherme arbeiten mehrere Bauteile zusammen. Die wichtigsten sind:
Brenner und Gasarmatur
Die Gasarmatur regelt, wie viel Gas zum Brenner strömt. Am Brenner wird das Gas mit Luft gemischt und verbrannt. Eine Flammenüberwachung stellt sicher, dass kein unverbranntes Gas austritt, wenn die Flamme erlischt.
Wärmetauscher
Der Wärmetauscher überträgt die Wärme der Flamme auf das Heizungswasser. Bei einer Brennwerttherme nutzt ein besonders großer Wärmetauscher zusätzlich die Wärme aus den Abgasen.
Umwälzpumpe
Die Pumpe sorgt dafür, dass das warme Wasser zuverlässig durch alle Heizkörper zirkuliert. Moderne Hocheffizienzpumpen brauchen dafür nur wenig Strom.
Ausdehnungsgefäß und Sicherheitsventil
Warmes Wasser dehnt sich aus. Das Ausdehnungsgefäß fängt diese Volumenänderung auf und hält den Druck stabil. Steigt der Druck trotzdem zu stark, öffnet das Sicherheitsventil und schützt die Anlage. Verliert Ihre Anlage häufig Druck, liegt die Ursache oft genau hier. Mehr dazu lesen Sie im Ratgeber Therme verliert Druck.
Regelung und Display
Die Elektronik steuert alle Abläufe, überwacht die Sicherheitseinrichtungen und zeigt Temperatur, Druck und Fehlermeldungen an. Viele Geräte lassen sich heute über ein Raumthermostat oder per App bedienen.
Welche Arten von Gasthermen gibt es?
Gasthermen unterscheiden sich vor allem in drei Punkten: der Verbrennungstechnik, der Warmwasserbereitung und der Luftzufuhr.
Heizwerttherme und Brennwerttherme
Ältere Geräte arbeiten mit Heizwerttechnik. Sie leiten die heißen Abgase ungenutzt über den Kamin ab. Eine Brennwerttherme kühlt die Abgase dagegen so stark ab, dass der enthaltene Wasserdampf kondensiert. Die dabei frei werdende Wärme fließt zurück in die Heizung. Das senkt den Verbrauch spürbar, denn der Wirkungsgrad steigt deutlich. Das Gerät holt also mehr Energie aus derselben Menge Erdgas und arbeitet energetisch effizient. Heute entspricht die Brennwerttherme dem Stand der Technik.
Kombitherme und Therme mit Speicher
Eine Kombitherme übernimmt Heizung und Warmwasser in einem Gerät, ganz ohne Speicher. In Wiener Wohnungen sind Kombithermen die häufigste Lösung. Bei höherem Warmwasserbedarf, etwa in einem Einfamilienhaus in Niederösterreich mit mehreren Bädern, kommt oft eine Gastherme mit Warmwasserspeicher zum Einsatz. Die Unterschiede erklären wir ausführlich im Ratgeber Brennwerttherme vs. Kombitherme.
Raumluftabhängig oder raumluftunabhängig
Eine raumluftabhängige Gastherme holt sich die Verbrennungsluft aus dem Raum, in dem sie hängt. Dafür braucht der Aufstellraum ausreichende Lüftungsöffnungen. Eine raumluftunabhängige Gastherme bezieht die Luft dagegen über ein eigenes Rohrsystem von außen. Sie ist sicherer und flexibler bei der Montage, weil sie die Raumluft nicht beeinflusst.
Die Gastherme in der Wiener Wohnung
In Wien gibt es nach wie vor sehr viele Haushalte mit Gasthermen. Im Altbau hängt die Gastherme meist in der Küche, im Bad oder im Vorraum. Oft sind mehrere Geräte im Haus an einen gemeinsamen Rauchfang angeschlossen, über den jedes Gerät seine Abgase durch ein eigenes Rohr ableitet. In Neubauten führt die Abgasleitung häufig direkt durch die Außenwand oder über das Dach. Für Mieter ist wichtig zu wissen: Die Gastherme gehört meist zur Wohnung und muss regelmäßig gewartet werden, damit sie sicher und sparsam arbeitet.
Vorteile und Nachteile einer Gastherme
Vorteile
- Platzsparend, passt in Küche, Bad oder Abstellraum
- Heizung und Warmwasser aus einem Gerät
- Eigene Regelung für jede Wohnung
- Vergleichsweise günstig in der Anschaffung
- Schnell verfügbare Wärme ohne lange Aufheizzeit
Nachteile
- Abhängigkeit vom Brennstoff Gas: Die Energiekosten hängen vom Gaspreis samt Netzentgelten und Abgaben ab
- Regelmäßige Wartung notwendig
- Ein Abgasweg ist zwingend erforderlich
- Bei hohem Warmwasserbedarf stößt eine Kombitherme an Grenzen
Gastherme und Klimaanlage: Heizen und Kühlung
Eine Gastherme kann nur heizen, nicht kühlen. Wer im Sommer eine angenehme Kühlung möchte, braucht deshalb ein zusätzliches Gerät. Häufig kommt dafür eine Klimaanlage mit Split-Gerät zum Einsatz, die unabhängig von der Therme arbeitet. Viele dieser Klimaanlagen können in der Übergangszeit auch heizen und so die Gastherme an kühlen Herbsttagen entlasten. Wichtig ist, dass Außengerät, Leitungen und Abgasrohr der Therme sauber getrennt geplant werden. Unsere Installateure beraten Sie gerne, welche Lösung zu Ihrer Wohnung passt.
Gastherme, Fernwärme oder Wärmepumpe?
Viele Hausbesitzer und Wohnungseigentümer fragen sich heute, ob die Gastherme noch die richtige Wahl ist oder ob sich ein Heizungstausch auf ein anderes System lohnt. Ein kurzer Überblick über die wichtigsten Heizsysteme:
Fernwärme
In vielen Teilen Wiens liefert Wien Energie Fernwärme direkt ins Haus. Die Wärme entsteht dabei zentral, etwa in Kraftwerken oder Müllverbrennungsanlagen, und fließt über ein Leitungsnetz zu den Gebäuden. In der Wohnung selbst braucht es dann keine Gastherme und keinen Rauchfang mehr. Ob ein Anschluss möglich ist, hängt davon ab, ob in Ihrer Straße eine Fernwärmeleitung liegt.
Wärmepumpe
Eine Wärmepumpe nutzt die Wärme aus Luft, Erde oder Grundwasser und gilt als klimafreundliche Alternative, weil sie zu einem großen Teil erneuerbare Energien nutzt. Sie braucht allerdings Strom für den Betrieb. Je schlechter ein Haus gedämmt ist, desto mehr Strom verbrauchen die Geräte, um dieselbe Wohnfläche zu beheizen. Besonders effizient arbeitet sie mit einer Fußbodenheizung, weil diese mit niedrigen Temperaturen auskommt. Mit klassischem Heizkörper im ungedämmten Altbau braucht sie dagegen mehr Energie. Oft gehört auch ein Puffer für das Heizungswasser zur Anlage.
Was vor dem Umstieg wichtig ist
Wer von einer Gastherme auf ein anderes Heizsystem umrüsten möchte, sollte zuerst prüfen, ob das Gebäude thermisch fit genug ist. Eine thermische Sanierung senkt den Wärmebedarf und macht jede Heizung sparsamer. Die Kosten für den Umstieg hängen stark vom Gebäude ab. Eine neue Heizung ist eine Investition über viele Jahre, deshalb sollte sie richtig dimensioniert sein. Ob für Ihr Vorhaben eine Förderung möglich ist, erfahren Sie bei den zuständigen Stellen von Bund, Land und Gemeinde. Für viele Wohnungen, vor allem ohne Fernwärmeanschluss, bleibt eine moderne Brennwert-Gastherme weiterhin eine praktische Lösung für eine sichere Energieversorgung. Da Öl und Gas als fossile Energieträger gelten, ist es sinnvoll, die eigene Heizung langfristig zu planen. Eine erneuerbar betriebene Ergänzung wie eine Solaranlage für das Warmwasser kann dabei ein erster Schritt sein.
Wie lange hält eine Gastherme?
Eine gut gepflegte Gastherme erreicht in der Regel eine Lebensdauer von etwa 15 bis 20 Jahren. Entscheidend sind die Qualität des Geräts, die Nutzung und vor allem die regelmäßige Pflege. Ausführliche Informationen finden Sie im Ratgeber Wie lange hält eine Gastherme? Ist Ihr Gerät in die Jahre gekommen, beraten wir Sie gerne zum Thermentausch.
Warum die Wartung der Gastherme so wichtig ist
Bei jeder Gastherme verschmutzen Brenner und Wärmetauscher mit der Zeit. Als Intervall empfehlen wir eine regelmäßige Wartung einmal pro Jahr. Dichtungen altern, und der Vordruck im Ausdehnungsgefäß lässt nach. Eine regelmäßige Thermenwartung Wien hält das Gerät sauber, sicher und sparsam. Dabei prüft der Techniker unter anderem die Abgaswerte, die Dichtheit der Gasleitungen und alle Sicherheitseinrichtungen. Bemerken Sie einmal Gasgeruch an der Therme, gilt dagegen: sofort lüften, Wohnung verlassen und den Gas-Notruf 128 anrufen. Alle Schritte finden Sie im Ratgeber Gasgeruch an der Therme.
Überblick: Die wichtigsten Bauteile einer Gastherme
| Bauteil | Aufgabe |
|---|---|
| Gasarmatur | Regelt die Gasmenge, die zum Brenner strömt |
| Brenner | Verbrennt das Gas und erzeugt die Wärme |
| Wärmetauscher | Überträgt die Wärme auf das Heizungswasser |
| Umwälzpumpe | Pumpt das warme Wasser zu den Heizkörpern |
| Ausdehnungsgefäß | Gleicht die Ausdehnung des Wassers aus und hält den Druck stabil |
| Sicherheitsventil | Schützt die Anlage vor zu hohem Druck |
| Flammenüberwachung | Unterbricht die Gaszufuhr, wenn die Flamme erlischt |
| Regelung | Steuert alle Abläufe und zeigt Fehlermeldungen an |
| Abgasleitung | Leitet die Verbrennungsgase sicher ins Freie |
Fazit: Die Gastherme ist das Herz vieler Wiener Wohnungen
Eine Gastherme ist ein kompaktes Heizgerät, das mit Gas Wärme für Heizung und Warmwasser erzeugt. Brenner, Wärmetauscher, Pumpe und Ausdehnungsgefäß arbeiten dabei eng zusammen. Ob Kombitherme oder Gerät mit Speicher, ob Heizwert- oder Brennwerttechnik: Welche Gastherme zu Ihrer Wohnung passt, hängt von Platz, Abgasweg und Warmwasserbedarf ab. Damit Ihr Gerät viele Jahre sicher und sparsam läuft, braucht es eine regelmäßige Wartung. Unser Thermen Kundendienst ist dafür in ganz Wien und Niederösterreich für Sie da.
Hinweis: Dieser Beitrag fasst die Rechtslage sachlich zusammen und ersetzt keine Rechtsberatung. Stand: Oktober 2026.
