In vielen Wiener Wohnungen hängt eine Kombitherme an der Wand, oft in der Küche, im Bad oder im Vorraum. Viele nutzen sie jeden Tag, ohne genau zu wissen, wie sie funktioniert. Was ist eine Kombitherme also genau, wie unterscheidet sie sich von anderen Gasthermen und für wen eignet sie sich? In diesem Ratgeber erklären wir die Technik verständlich und zeigen Vor- und Nachteile, damit Sie in Wien und Niederösterreich die richtige Entscheidung für Ihre Wohnung treffen.

Was ist eine Kombitherme? Die kurze Antwort

Eine Kombitherme ist ein kompaktes Heizgerät, das zwei Aufgaben in einem Gehäuse vereint: Es erwärmt das Wasser für die Heizkörper und bereitet zusätzlich warmes Wasser für Bad und Küche. Daher kommt auch der Name, denn Heizung und Warmwasser sind in einem Gerät kombiniert. Betrieben wird das Gerät fast immer mit Erdgas, seltener mit Flüssiggas.

Das Besondere: Eine klassische Kombitherme hat keinen Warmwasserspeicher. Sie erwärmt das Wasser erst in dem Moment, in dem Sie den Hahn aufdrehen. Technisch ist sie damit eine Sonderform der Gastherme, die zusätzlich einen Durchlauferhitzer eingebaut hat.

So funktioniert eine Kombitherme

Im Grunde funktioniert eine Gastherme immer gleich: Ein Brenner verbrennt Erdgas oder Flüssiggas, und die Wärme, die bei der Verbrennung von Gas entsteht, wird über einen Wärmetauscher an Wasser abgegeben. Bei der Kombitherme kommt eine zweite Aufgabe dazu. Im Inneren arbeiten zwei Kreisläufe, die sich einen Brenner teilen und so Wärme für Heizung und Warmwasser liefern.

Der Heizbetrieb

Meldet der Raumthermostat Wärmebedarf, startet der Brenner und erwärmt über einen Wärmetauscher das Heizungswasser. Eine eingebaute Pumpe bringt das warme Wasser zu den Heizkörpern und wieder zurück. Die Regelung passt die Leistung laufend an, je nachdem, wie warm es in der Wohnung werden soll.

Die Warmwasserbereitung im Durchlaufprinzip

Drehen Sie einen Warmwasserhahn auf, erkennt die Therme den Wasserfluss. Sie schaltet dann auf Warmwasserbetrieb um und leitet die Wärme über einen zweiten, kleinen Plattenwärmetauscher an das Trinkwasser weiter. Das Wasser wird also im Durchlaufprinzip erwärmt, ähnlich wie bei einem Durchlauferhitzer. Schließen Sie den Hahn, stoppt die Warmwasserbereitung wieder.

Warmwasser hat Vorrang

Da sich beide Funktionen einen Brenner teilen, kann das Gerät nicht gleichzeitig mit voller Leistung heizen und Warmwasser bereiten. In der Regel hat das Warmwasser Vorrang. Während Sie duschen, pausiert die Heizung kurz. Bei einer gut gedämmten Wohnung merken Sie davon in der Praxis kaum etwas.

Brennwerttechnik in der Kombitherme

Moderne Kombithermen nutzen fast immer Brennwerttechnik. Sie holen zusätzlich Wärme aus den Abgasen, indem sie den darin enthaltenen Wasserdampf kondensieren lassen. Ein älteres Gerät leitet dieses heiße Abgas ungenutzt in den Rauchfang. Dadurch erreicht eine Brennwerttherme einen deutlich höheren Wirkungsgrad, und der Gasverbrauch sinkt bei gleicher Wärmeleistung.

Kombitherme, Brennwerttherme und Gastherme: Was ist der Unterschied?

Die Begriffe werden oft durcheinandergebracht, beschreiben aber unterschiedliche Dinge:

  • Gastherme ist der Oberbegriff für ein wandhängendes Heizgerät, das mit Gas betrieben wird.
  • Kombitherme beschreibt die Aufgabe: Das Gerät liefert Heizwärme und Warmwasser.
  • Brennwerttherme beschreibt die Technik: Das Gerät nutzt zusätzlich die Wärme aus dem Wasserdampf der Abgase.

Eine Kombitherme kann also gleichzeitig eine Brennwerttherme sein. Die meisten neuen Gas-Kombithermen arbeiten heute mit Brennwerttechnik. Der genaue Unterschied zwischen Brennwerttherme und Kombitherme ist deshalb kleiner, als der Name vermuten lässt.

Kombitherme vs. Therme mit Speicher

Die eigentliche Alternative zur Kombitherme ist ein Heizgerät mit separatem Warmwasserspeicher. Dabei erwärmt die Therme das Wasser vorab und hält es in einem Speicher bereit. Das hat Vorteile, wenn mehrere Personen gleichzeitig warmes Wasser brauchen, kostet aber deutlich mehr Platz. Daneben gibt es auch Kompaktgeräte, die einen kleinen Speicher gleich im Gehäuse haben.

Arten und Typen von Gasthermen im Überblick

Wer eine Gastherme kaufen möchte, stößt auf verschiedene Bauarten. Die wichtigsten Arten von Gasthermen unterscheiden sich vor allem darin, wie sie das warme Wasser bereitstellen.

Heiztherme ohne Warmwasser

Eine reine Heiztherme ist ein Heizgerät, das nur die Heizkörper versorgt und selbst kein Warmwasser bereitstellen kann. Warmwasser kommt dann aus einem eigenen Gerät, etwa einem elektrischen Boiler oder einem Gas-Durchlauferhitzer. In älteren Wiener Wohnungen findet man diese Kombination noch häufig.

Kombitherme im Durchlaufprinzip

Die klassische Gas-Kombitherme erwärmt das Wasser für Heizung und Warmwasserbereitung in einem Gerät, ohne Speicher. Sie ist kompakt und in Wohnungen am weitesten verbreitet.

Therme mit integriertem Warmwasserspeicher

Ein Gerät mit integriertem Speicher hält eine kleine Menge warmes Wasser vorrätig. Das erhöht den Komfort, weil warmes Wasser schneller an den Zapfstellen ankommt und auch zwei Entnahmestellen gleichzeitig gut versorgt werden. Eine Therme mit integriertem Warmwasserspeicher ist etwas größer, passt aber oft noch in eine Nische.

Therme mit externem Warmwasserspeicher

Bei einer Therme mit externem Warmwasserspeicher steht der Speicher als eigenes Gerät neben oder unter der Therme. Diese Lösung eignet sich für ein Einfamilienhaus mit hohem Warmwasserbedarf und lässt sich gut mit Solarthermie oder später mit einer Wärmepumpe kombinieren.

Jede dieser Bauformen hat ihre eigenen Vorteile und Nachteile einer Gastherme. Welche passt, hängt von Platz, Haushaltsgröße und Gewohnheiten ab.

Vorteile einer Kombitherme

  • Wenig Platzbedarf: Heizung und Warmwasser stecken in einem Gerät. Ein zusätzlicher Speicher oder Boiler ist nicht nötig, was gerade in kleinen Wiener Wohnungen viel wert ist.
  • Warmwasser ohne Ende: Da kein Speicher leer werden kann, steht warmes Wasser so lange zur Verfügung, wie Sie es brauchen.
  • Keine Speicherverluste: Es wird nur so viel Wasser erwärmt, wie Sie tatsächlich verbrauchen. Ein Speicher, der ständig auf Temperatur gehalten wird, entfällt.
  • Hygiene: Weil kein Wasser lange steht, ist das Risiko durch Keime im Warmwasser gering.
  • Geringere Installationskosten: Ein Gerät mit einem Gasanschluss und einem Abgasweg ist einfacher zu installieren als zwei getrennte Geräte. Auch die Anschaffung ist meist günstiger als bei einer Lösung mit Speicher.
  • Unabhängig von den Nachbarn: Als Etagenheizung versorgt die Kombitherme nur Ihre Wohnung. Sie heizen, wann und wie viel Sie wollen, und bezahlen nur Ihren eigenen Verbrauch.

Nachteile einer Kombitherme

  • Begrenzte Warmwassermenge gleichzeitig: Laufen Dusche und Küchenhahn zur selben Zeit, kann die Temperatur schwanken oder die Wassermenge sinken.
  • Wartezeit: Bis das warme Wasser an der Armatur ankommt, vergehen einige Sekunden. Das kalte Wasser in der Leitung fließt in dieser Zeit meist ungenutzt ab.
  • Häufiges Ein- und Ausschalten: Jedes kurze Händewaschen startet den Brenner. Das belastet die Bauteile.
  • Hohe Leistung für das Warmwasser: Um Wasser im Durchlauf zu erwärmen, braucht das Gerät kurzfristig viel Leistung. Für die Heizung allein wäre oft ein kleineres Gerät ausreichend.
  • Weniger geeignet für große Haushalte: In einem Einfamilienhaus mit mehreren Bädern ist ein Gerät mit Speicher oft die bessere Wahl.

Für wen eignet sich eine Kombitherme?

Eine Kombitherme ist ideal für Wohnungen und kleinere Häuser mit einem Bad und einem normalen Warmwasserbedarf. Genau deshalb ist sie in Wien so verbreitet: In vielen Gründerzeit- und Gemeindebauten ist schlicht kein Platz für einen eigenen Speicher.

Die richtige Größe: 18 kW, 24 kW oder mehr?

Bei einer Kombitherme müssen zwei Werte zusammenpassen: die Leistung für die Heizung und die Leistung für das Warmwasser. Oft sind diese Werte sehr unterschiedlich.

Leistung für die Heizung

Die nötige Heizleistung richtet sich nach der Heizlast, also danach, wie viel Wärme Ihre Wohnung an kalten Tagen verliert. Sie hängt von Wohnfläche, Dämmung und Lage ab. Als grobe Faustregel: Eine Altbauwohnung mit rund 100 m² Wohnfläche kommt auf eine Heizlast von etwa 10 kW, manchmal 11 kW. Eine gut gedämmte Wohnung braucht deutlich weniger. Für die Heizung allein würde also oft ein kleines Gerät reichen.

Leistung für das Warmwasser

Ganz anders beim Warmwasser: Für eine Dusche mit rund 10 bis 12 Litern pro Minute braucht die Therme etwa 20 bis 25 kW Leistung, wenn das Wasser um 30 Grad erwärmt werden soll. Deshalb haben Kombithermen meist eine deutlich höhere Leistung, als die Heizung benötigt. Moderne Geräte regeln für den Heizbetrieb stark herunter und arbeiten dadurch trotzdem effizient.

18 kW und 24 kW im Vergleich

Gängige Größen für Wohnungen liegen zwischen 18 kW und 24 kW, für größere Haushalte gibt es auch Geräte mit rund 30 bis 35 kW. Eine 18 kW Therme reicht für eine kleine Wohnung mit einem Bad und sparsamer Dusche. Mit 24 kW steht mehr Warmwasser zur Verfügung, was den Komfort beim Duschen spürbar erhöht. Ist ein Gerät zu groß dimensioniert, schaltet es häufig ein und aus, was Verschleiß und Gasverbrauch erhöht. Ein Fachbetrieb ermittelt vor dem Kauf, welches Modell zu Ihrem Haushalt passt.

Wann eine andere Lösung besser ist

Wohnen mehrere Personen im Haushalt, die morgens gleichzeitig duschen, oder gibt es zwei Bäder, stößt ein Durchlaufgerät an seine Grenzen. Dann lohnt sich ein Gerät mit Speicher. Auch bei einer Wärmepumpe ist ein Speicher üblich, weil sie Wasser nicht schnell genug im Durchlauf erwärmen kann.

Kombitherme tauschen in Wien: Was Sie wissen sollten

Viele Kombithermen in Wiener Wohnungen sind 15 Jahre und älter. Die übliche Lebensdauer einer Gastherme liegt bei etwa 15 bis 20 Jahren. Steht ein Tausch an, wird die alte Kombitherme meist gegen eine moderne Brennwert-Kombitherme ersetzt. Eine neue Gastherme dieser Art arbeitet deutlich sparsamer als ein Gerät aus den 1990er Jahren und senkt den Gasverbrauch spürbar.

Ist der Tausch noch erlaubt?

Ja. Das Erneuerbare-Wärme-Gesetz verbietet Gasheizungen nur im Neubau. Wer im Bestand seine Gastherme austauschen möchte, darf das weiterhin. Neue Gasgeräte werden allerdings nicht gefördert. Die Stadt Wien setzt mit dem Programm Raus aus Gas langfristig auf den Umstieg auf erneuerbare Heizsysteme und Fernwärme. Wer ohnehin modernisiert, sollte diese Alternativen daher mitbedenken.

Kombitherme oder Wärmepumpe?

Wer eine neue Heizung plant, fragt sich oft, ob statt der Kombitherme auch eine Wärmepumpe in Frage kommt. In einem Einfamilienhaus mit Garten und guter Dämmung kann das sinnvoll sein. In einer Wiener Mietwohnung ist eine Wärmepumpe dagegen meist schwer umsetzbar, weil Platz für Außengerät und Speicher fehlt. Dort bleibt die Kombitherme oder ein Anschluss an die Fernwärme die realistische Wahl. Beide Heizsysteme haben ihre Berechtigung, entscheidend sind Gebäude und Nutzung.

Worauf es beim Tausch ankommt

  • Abgasleitung: Eine Brennwert-Kombitherme braucht ein feuchteunempfindliches Abgasrohr. Häufig wird ein neues Rohr in den bestehenden Rauchfang eingezogen.
  • Kondensatablauf: Brennwertgeräte produzieren Kondenswasser, das in den Abfluss geleitet werden muss.
  • Passende Leistung: Die neue Kombitherme sollte zum Warmwasserbedarf und zur Wohnungsgröße passen.
  • Hersteller und Service: Gängige Gasthermen Hersteller bieten Kombithermen in mehreren Leistungsstufen an. Wichtig ist, dass Ersatzteile und Service vor Ort verfügbar sind. Für eine Kombitherme von Vaillant bieten wir zum Beispiel eine eigene Vaillant Thermenwartung an.

Beim Thermentausch in Wien und Niederösterreich übernehmen wir Beratung, Demontage, Einbau und Inbetriebnahme Ihrer neuen Kombitherme.

Wartung einer Kombitherme

Weil das Gerät zwei Aufgaben erfüllt und häufig startet, ist regelmäßige Pflege besonders wichtig. Bei der Thermenwartung reinigt der Techniker Brenner und Wärmetauscher, prüft die Sicherheitseinrichtungen, misst die Abgaswerte und kontrolliert auch den Plattenwärmetauscher für das Warmwasser. Gerade in Gegenden mit hartem Wasser kann sich dort Kalk ablagern, was die Warmwasserleistung verringert.

Tipps zur Optimierung: Gastherme richtig einstellen

Schon kleine Einstellungen verbessern die Effizienz Ihrer Kombitherme:

  • Warmwassertemperatur: Stellen Sie das Warmwasser nicht heißer ein als nötig. Rund 45 bis 50 Grad reichen für die meisten Haushalte, da kein Speicher vor Keimen geschützt werden muss.
  • Heizkurve: Eine passend eingestellte Heizkurve sorgt dafür, dass die Therme nur so warm heizt wie nötig.
  • Heizkörper entlüften: Luft in den Heizkörpern verschlechtert die Wärmeabgabe und erhöht den Verbrauch.
  • Mischbatterie richtig nutzen: Steht der Hebel in der Mitte, springt die Therme bei jedem Händewaschen an. Stellen Sie ihn auf kalt, wenn Sie kein warmes Wasser brauchen.

Laut Merkblatt der Stadt Wien zur Überprüfung von Gasanlagen sind Gasgeräte nach Herstellerangabe zu warten, ohne solche Angaben als Richtwert etwa alle zwei Jahre. Mit welchen Kosten für die Thermenwartung in Wien Sie rechnen können, hängt vom Gerät und vom Zustand ab.

Typische Probleme bei Kombithermen

  • Warmwasser wird nicht richtig heiß: Oft ist der Plattenwärmetauscher verkalkt.
  • Temperatur schwankt beim Duschen: Mögliche Ursachen sind ein verschmutzter Wassermengenregler oder eine zu geringe Leistung.
  • Heizung fällt aus, Warmwasser geht: Häufig liegt es am Wasserdruck. Wenn die Therme Druck verliert, sollte ein Fachmann die Ursache suchen.

Kombitherme auf einen Blick

Merkmal Kombitherme
Aufgabe Heizung und Warmwasser in einem Gerät
Warmwasserbereitung Im Durchlaufprinzip, ohne Speicher
Brennstoff Meist Erdgas, seltener Flüssiggas
Platzbedarf Gering, wandhängend
Typische Leistung Etwa 20 bis 35 kW
Ideal für Wohnungen und kleine Häuser mit einem Bad
Weniger geeignet für Große Haushalte mit hohem gleichzeitigem Warmwasserbedarf
Lebensdauer Etwa 15 bis 20 Jahre bei regelmäßiger Wartung

Fazit: Was ist eine Kombitherme und passt sie zu Ihnen?

Als Heizsystem ist die Kombitherme ein Gasgerät, das Heizung und Warmwasser kombiniert und das Wasser erst bei Bedarf im Durchlauf erwärmt. Sie spart Platz, liefert unbegrenzt warmes Wasser und ist für Wohnungen mit einem Bad meist die passende Lösung. Bei großem gleichzeitigem Warmwasserbedarf ist ein Gerät mit Speicher die bessere Wahl. Moderne Kombithermen arbeiten fast immer mit Brennwerttechnik und sind deutlich sparsamer als alte Geräte. Damit Ihre Kombitherme lange zuverlässig läuft, ist eine regelmäßige Wartung unverzichtbar.

Sie haben Fragen zu Ihrer Kombitherme oder denken über einen Tausch nach? Thermenwartung Graf ist Ihr Fachbetrieb für Thermenwartung in Wien und Niederösterreich. Sie können einfach einen Termin online buchen oder unseren Thermen Kundendienst kontaktieren.