Die Wohnung bleibt kalt, aus dem Hahn kommt kein warmes Wasser und am Display blinkt eine Störung: Ist die Gastherme defekt, ist der Ärger groß, vor allem im Winter. Doch nicht jede Störung bedeutet gleich eine teure Reparatur. In diesem Ratgeber erklären wir Schritt für Schritt, was Sie tun können, wenn Ihre Gastherme defekt ist, was Sie selbst prüfen dürfen, wann der Fachmann kommen muss und wer in einer Mietwohnung in Wien und Niederösterreich die Kosten trägt.

Kurz gesagt: Prüfen Sie zuerst die Sicherheit. Danach können Sie Strom, Gaszufuhr, Wasserdruck und Fehleranzeige kontrollieren und die Therme einmal entstören. Hilft das nicht, rufen Sie einen Installateur. In einer Mietwohnung mit mitvermieteter Therme ist die Reparatur in vielen Fällen Sache des Vermieters.

Gastherme defekt: Zuerst die Sicherheit

Bevor Sie nach der Ursache suchen, klären Sie, ob Gefahr besteht. In diesen Fällen gilt: nicht selbst probieren, sondern sofort handeln.

  • Gasgeruch: Kein Licht und keine elektrischen Geräte einschalten, Fenster öffnen, Gashahn schließen, die Wohnung verlassen und den Gasnotruf 128 rufen. Mehr dazu im Ratgeber Gasgeruch an der Therme.
  • Kopfschmerzen, Schwindel oder Übelkeit: Diese Anzeichen können auf Kohlenmonoxid hindeuten. Das Gas ist geruchlos, und wird es eingeatmet, kann es schon in kleinen Mengen gefährlich werden. Ein CO-Melder warnt rechtzeitig und sollte nie deaktiviert werden. Lüften Sie, verlassen Sie die Wohnung und lassen Sie die Therme sofort prüfen. Bei Beschwerden rufen Sie die Rettung unter 144.
  • Wasser tritt aus: Schalten Sie die Therme aus und schließen Sie den Kaltwasserzulauf, um Folgeschäden zu vermeiden.
  • Ruß, Brandgeruch oder Knallgeräusche: Schalten Sie die Therme aus und nehmen Sie sie erst wieder in Betrieb, wenn ein Fachbetrieb sie geprüft hat.

Was Sie selbst prüfen können, wenn die Gastherme defekt ist

Besteht keine Gefahr, können Sie einige einfache Punkte selbst kontrollieren. Öffnen Sie dabei niemals die Verkleidung der Therme. Arbeiten am Gerät dürfen nur befugte Installateure durchführen.

Strom und Sicherung

Ohne Strom läuft keine moderne Gastherme. Prüfen Sie, ob das Display leuchtet, ob der Stecker steckt und ob im Sicherungskasten eine Sicherung oder der FI-Schalter ausgelöst hat.

Gaszufuhr

Prüfen Sie, ob der Gashahn unter der Therme geöffnet ist und überhaupt Gas ankommt. Funktioniert auch der Gasherd nicht, kann ein Problem bei der Gasversorgung im Haus vorliegen. Dann ist die Hausverwaltung oder der Netzbetreiber der richtige Ansprechpartner.

Wasserdruck

Ein zu niedriger Anlagendruck ist eine der häufigsten Ursachen, wenn die Therme nicht mehr heizt. Am Manometer oder Display sehen Sie den Druck. Der richtige Wert steht in der Bedienungsanleitung, bei vielen Wohnungsthermen liegt er im kalten Zustand etwa zwischen 1 und 2 bar. Wie Sie Wasser nachfüllen und was ein ständiger Druckverlust bedeutet, lesen Sie im Ratgeber Therme verliert Druck.

Störung und Fehlercode

Zeigt das Display einen Fehlercode, notieren Sie ihn oder machen Sie ein Foto. In der Bedienungsanleitung finden Sie oft eine Erklärung. Viele Geräte haben eine Entstörtaste. Sie können die Therme einmal entstören. Geht sie danach erneut in Störung, sollten Sie es nicht immer wieder versuchen, sondern einen Fachbetrieb rufen. Der Fehlercode hilft dem Techniker bei der Diagnose.

Einstellungen und Thermostat

Manchmal ist die Gastherme gar nicht defekt, sondern falsch eingestellt. Prüfen Sie, ob der Sommerbetrieb aktiv ist, ob das Raumthermostat korrekt eingestellt ist und ob die Batterien eines Funkthermostats leer sind. In diesem Fall reicht es, die Batterien zu wechseln, und das Problem ist gelöst.

Kondensatleitung bei Frost

Bei Brennwertthermen kann eine Kondensatleitung, die durch kalte Bereiche führt, bei starkem Frost einfrieren. Die Therme schaltet dann ab. Auch das sollte ein Fachmann beheben.

Häufige Ursachen, wenn eine Gastherme defekt ist

Hilft keiner der Schritte, liegt meist ein technischer Defekt vor. Typische Ursachen sind:

  • Zündung oder Flammenüberwachung: Die Therme versucht zu zünden, schaltet aber ab.
  • Pumpe defekt: Die Therme läuft, aber die Heizkörper bleiben kalt.
  • Platine: Elektronikfehler führen zu wechselnden Störungen oder einem dunklen Display.
  • Ausdehnungsgefäß: Der Druck schwankt stark oder fällt immer wieder ab.
  • Gebläse: Ungewohnte Geräusche oder Störungen beim Start.
  • Verkalkter Wärmetauscher: Das Warmwasser wird nur lauwarm oder schwankt.
  • Defekter Fühler: Die Therme regelt falsch oder schaltet ohne erkennbaren Grund ab.

Typische Fehlerbilder bei einer defekten Gastherme

Oft verrät schon das Verhalten der Therme, wo das Problem liegt. Diese Fehlerbilder sehen wir in Wien besonders häufig. Die Diagnose und Reparatur übernimmt aber immer ein Fachbetrieb.

Die Therme lässt sich nicht zünden oder die Flamme erlischt

Moderne Gasthermen überwachen die Flamme mit einer Überwachungselektrode. Ist diese verschmutzt oder verbogen, erkennt die Therme die Flamme nicht und schaltet aus Sicherheitsgründen ab. Auch eine verschmutzte Zündelektrode, Luft in der Gasleitung oder ein Problem an der Gasarmatur können verursachen, dass die Therme nicht zünden kann oder die Flamme nach kurzer Zeit wieder erlöschen lässt. Das ist eine Schutzfunktion und kein Grund zur Panik, sollte aber fachgerecht geprüft werden.

Heizung läuft, aber kein Warmwasser

Funktioniert die Heizung, aber der Warmwasserbetrieb nicht, liegt das oft an einem verkalkten Wärmetauscher für das Warmwasser, an einem verstopften Filter im Kaltwasserzulauf oder an einem defekten Durchflusssensor. Kommt nur an einer Stelle kein warmes Wasser, sollten Sie auch die Armaturen prüfen. Ein verkalkter Strahlregler am Wasserhahn kann den Durchfluss so stark bremsen, dass die Therme gar nicht erst anspringt.

Warmwasser geht, aber die Heizung bleibt kalt

Hier stecken häufig die Pumpe, das Umschaltventil zwischen Heizung und Warmwasser oder Luft in den Heizkörpern dahinter. Auch ein zu niedriger Wasserdruck kann dazu führen, dass keine Wärme an den Heizkörpern ankommt.

Die Therme schaltet ständig ein und aus

Taktet die Therme sehr häufig, kann eine falsche Einstellung, ein defekter Fühler oder eine zu groß gewählte Therme der Grund sein. Das kostet Energie und belastet den Brenner. Ein Installateur kann die Einstellungen überprüfen und anpassen.

Wann der Fachmann kommen muss

Sobald es um Bauteile im Inneren geht, ist ein befugter Installateur gefragt. Das gilt für jede Arbeit an Gasführung, Brenner, Elektronik und Abgasweg. Selbst reparieren ist bei Gasgeräten nicht erlaubt und gefährlich. Fällt die Therme am Abend, am Wochenende oder bei Frost aus, erreichen Sie unseren Thermen Notdienst. Für Geräte bestimmter Marken gibt es eigene Seiten, etwa den Notdienst Vaillant oder den Notdienst Junkers.

Halten Sie für den Termin bereit: Marke und Modell der Therme, den Fehlercode, eine kurze Beschreibung, seit wann das Problem besteht, und wenn vorhanden das letzte Wartungsprotokoll.

Wovon hängen die Reparaturkosten ab?

Die Kosten einer Reparatur lassen sich ohne Diagnose nicht seriös vorhersagen. Sie hängen vor allem davon ab, welches Bauteil getauscht werden muss, wie lange die Arbeit dauert und ob das Ersatzteil sofort verfügbar ist. Eine Platine oder eine Pumpe kostet mehr als eine Elektrode. Einsätze am Abend, am Wochenende oder an Feiertagen sind bei vielen Betrieben teurer als ein regulärer Termin. Lassen Sie sich vor größeren Reparaturen sagen, womit Sie rechnen müssen. In einer Mietwohnung mit mitvermieteter Therme ist ohnehin in vielen Fällen der Vermieter verpflichtet, die Reparaturkosten zu tragen.

Gastherme defekt in der Mietwohnung: Wer zahlt?

Ist die Therme kaputt, stellt sich in Wien fast immer zuerst die Kostenfrage. Gerade hier wohnen viele Menschen in Mietwohnungen mit mitvermieteter Therme. Dann gilt laut Arbeiterkammer Wien seit 2015: Ist die Therme kaputt, muss der Vermieter die Reparatur oder den Austausch bezahlen. Der Mieter bleibt für die regelmäßige Wartung zuständig.

So gehen Sie als Mieter vor

  • Vermieter sofort informieren: Melden Sie den Defekt der Hausverwaltung oder dem Vermieter, am besten schriftlich per E-Mail oder Brief.
  • Dokumentieren: Halten Sie fest, wann der Defekt aufgetreten ist und wann Sie ihn gemeldet haben. Fotos vom Fehlercode helfen.
  • Kopien aufbewahren: Heben Sie Schriftverkehr und Wartungsprotokolle auf.
  • Gemeindewohnung: In Wiener Gemeindebauten melden Sie den Schaden bei Wiener Wohnen, Service-Nummer 05 75 75 75.

Wenn der Vermieter nicht reagiert

Reagiert der Vermieter nicht in angemessener Zeit, können Sie laut Arbeiterkammer einen Antrag bei der Schlichtungsstelle oder beim zuständigen Bezirksgericht stellen. Alternativ können Mieter die Reparatur selbst beauftragen und die Kosten anschließend einklagen. Lassen Sie sich vor diesem Schritt unbedingt beraten, etwa bei der Arbeiterkammer oder einer Mieterorganisation.

Wichtige Ausnahmen

Die Regel gilt für Mietverträge im Vollanwendungsbereich des Mietrechtsgesetzes und für Genossenschaftswohnungen. Bei Wohnungen in Ein- und Zweifamilienhäusern kann die Erhaltungspflicht laut Arbeiterkammer vertraglich anders geregelt sein. Wohnen Sie in einer eigenen Wohnung, sind Sie als Eigentümer selbst für die Reparatur zuständig. Hat der Mieter die Wartung der Therme vernachlässigt und ist der Schaden dadurch entstanden, kann der Vermieter einen Teil der Kosten zurückverlangen. Mehr dazu im Ratgeber Gastherme nicht gewartet.

Reparieren oder tauschen?

Ob sich eine Reparatur lohnt, hängt vor allem vom Alter und Zustand der Therme ab. Bei einem jungen Gerät ist eine Reparatur fast immer sinnvoll. Ist die Gastherme defekt und bereits 15 bis 20 Jahre alt, sind Ersatzteile oft schwer zu bekommen, und mehrere Reparaturen hintereinander können unwirtschaftlich werden. Dann ist ein Tausch gegen ein modernes Brennwertgerät oft die bessere Lösung. Ein neues Gerät arbeitet effizienter, und Sie sparen Energie. Wichtig ist, dass Montage und Inbetriebnahme von einem befugten Monteur durchgeführt werden. Im Bestand dürfen Sie in Österreich weiterhin eine neue Gastherme einbauen. Alternativ ist je nach Gebäude auch ein Umstieg auf Fernwärme oder eine Wärmepumpe eine Möglichkeit. Für eine Ölheizung gelten übrigens strengere Regeln als für eine Gasheizung. Eine gesetzliche Altersgrenze gibt es in Österreich übrigens nicht. Mehr zum Tausch auf unserer Seite zum Thermentausch und im Ratgeber Wie lange hält eine Gastherme?

So vermeiden Sie den nächsten Ausfall

Eine defekte Gastherme ist oft die Folge von Verschleiß, der früher hätte auffallen können. Viele Defekte kündigen sich lange vorher an und werden bei einer Wartung entdeckt. Lassen Sie Ihre Therme deshalb im Intervall des Herstellers warten, in der Regel alle zwei Jahre, viele Fachbetriebe empfehlen jährlich. Planen Sie den Termin vor der Heizsaison, dann ist die Therme im Winter bereit. Lassen Sie die Therme regelmäßig vom Installateur Ihres Vertrauens für Heizung und Sanitär prüfen und beachten Sie die Hinweise im Wartungsprotokoll. Kontrollieren Sie zwischendurch den Wasserdruck und achten Sie auf ungewohnte Geräusche oder Fehlermeldungen. Wann der richtige Zeitpunkt ist, erklären wir im Ratgeber Wann muss eine Thermenwartung gemacht werden?

Überblick: Gastherme defekt, was tun?

Situation Was Sie tun sollten
Gasgeruch Gashahn zu, Fenster auf, Wohnung verlassen, Gasnotruf 128
Kopfschmerzen, Schwindel in der Wohnung Lüften, Wohnung verlassen, Therme sofort prüfen lassen
Display dunkel Strom, Stecker und Sicherung prüfen
Heizung bleibt kalt, Druck zu niedrig Druck laut Anleitung prüfen, bei Druckverlust Fachbetrieb rufen
Fehlercode am Display Code notieren, einmal entstören, bei Wiederholung Installateur
Flamme erlischt, Therme zündet nicht Einmal entstören, bei Wiederholung Fachbetrieb rufen
Kein Warmwasser, Heizung läuft Armaturen prüfen, dann Installateur kontaktieren
Wasser tritt aus Therme ausschalten, Kaltwasser absperren
Defekt in der Mietwohnung Vermieter schriftlich informieren, Reparatur ist meist seine Sache
Gemeindewohnung in Wien Wiener Wohnen unter 05 75 75 75 kontaktieren

Fazit: Ruhe bewahren und richtig handeln

Ist die Gastherme defekt, gilt: zuerst die Sicherheit, dann die einfachen Kontrollen. Strom, Gaszufuhr, Wasserdruck und Einstellungen können Sie selbst prüfen und die Therme einmal entstören. Alles, was darüber hinausgeht, gehört in die Hände eines befugten Installateurs. In einer Mietwohnung mit mitvermieteter Therme trägt in vielen Fällen der Vermieter die Reparatur, informieren Sie ihn deshalb rasch und schriftlich. Für eine schnelle Hilfe in Wien und Umgebung erreichen Sie unseren Thermen Kundendienst, und für die regelmäßige Thermenwartung Wien sind wir ebenfalls für Sie da.

Hinweis: Dieser Beitrag fasst die Rechtslage sachlich zusammen und ersetzt keine Rechtsberatung. Stand: Oktober 2026.